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Ehe der Linken ist eine Liebesheirat

WOLFSBURGER-NACHRICHTEN.DE, 18.06.2007

Edmond Worgul (WASG) und Pia Zimmermann (Linkspartei) haben sich am Wochenende in Berlin vereinigt.

Am Abend vor der Hochzeit haben Pia Zimmermann (Linkspartei) und Edmund Worgul (WASG) in Berlin noch in getrennten Zimmern getagt. Seit Samstag sind die beiden ein Paar in der neuen „Linken“.

Pia Zimmermann kennt die Basis ihrer Wählerschaft. „Es sind Menschen in Wolfsburg, die froh sind, dass es uns gibt. Menschen, die wieder Hoffnung haben, dass die Stimme der Armen gehört wird.“ Pia Zimmermann (50) hat selbst vom Arbeitslosengeld II leben müssen, dass als „Hartz IV“ traurige Berühmtheit erlangt hat.

„Ich weiß wie es ist, wenn du deinen Kindern erklären musst, dass es nichts wird mit den neuen Schuhen“, sagt sie. Pia Zimmermann ist links, seit sie denken kann. „Ich in der sozialistischen Jugend in Braunschweig aufgewachsen“, erzählt sie. Das prägt. Eine politische Heimat hat Pia Zimmermann dann 1999 in der PDS gefunden, für die sie einen Kreisverband in Wolfsburg gründet. Vor zwei Jahren wird aus der Partei des Sozialismus, die 1990 in Ostdeutschland der SED nachfolgt, die Linkspartei. Seit dem Wochenende ist Pia Zimmermann in de dritten Partei des selben Formats. Jetzt heißt sie die Linke und Edmond Worgul ist jetzt ein enger Genosse der Wolfsburgerin.

Worgul, der als Betriebsrat bei Volkswagen sein Geld verdient, hat einen anderen Weg genommen, als die Parteifreundin. „Ich war sogar mal in der FDP“, gesteht er. Das sei verjährt und damals habe er mitgemacht, weil es 1980 im Wahlkampf darum gegangen sei, den CSU-Spitzenmann Strauß als Kanzler zu verhindern. „Ich habe schnell gemerkt, dass die FDP immer weiter nach rechts rückt. Das war dann nichts mehr für mich.“

Worgul konzentriert sich auf die Betriebsratsarbeit und erst im Jahr 2004, als aus den Montagsdemonstrationen im ganzen Land die Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) im Protest gegen Kanzler Schröders Sozialabbau geboren wird, hat Worgul wieder eine politische Richtung, die er mitgehen will. „Kinderarmut in Deutschland und auch in Wolfsburg ist ein Thema. Wir merken, dass die Leute eine politische Alternative suchen, wir haben schon 70 Mitglieder“, sagt der Betriebsrat und Politiker, der auch im niedersächsischen Landesvorstand der neuen Linken mitarbeitet.

Am 14. Juli, dem Jahrestag der französischen Revolution, wollen sich WASG und Linkspartei auch in Wolfsburg zur Linken vereinen. International: Im Centro Italiano.

NÄCHSTER BEITRAG
Wenn zwei streiten, lacht die Linke