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Antrag: Umbenennung des Agnes-Miegel-Ring, 38446 Wolfsburg, in Franca-Magnani-Ring

Der Rat der Stadt Wolfsburg beschließt, den Ideenpreis der Stadt Wolfsburg für innovative Studierendenprojekte zum Themenkomplex Stadt, Raum und Geschichte nicht weiterhin nach Peter Koller zu benennen. Die „Kollertafel“ im Rahmen der ständigen Ausstellung im Rathaus B muss verändert werden.

Begründung

2010 kommt eine Kommission unter Leitung des Prof. Horst Matzerath zu folgender Feststellung: „Agnes Miegel muss als Person des öffentlichen Lebens angesehen werden, die nach außen hin aktiv den Nationalsozialismus vertreten hat, die gerade bei den Frauen und in der Jugend für ihn geworben hat und die für den Nationalsozialismus eine wichtige Symbolfigur war“. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis: „Die Kommission empfiehlt einstimmig die Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße. Ausschlaggebend für die Empfehlung der Umbenennung war die Bewertung, dass Agnes Miegel eine Stütze des NS-Regimes im Bereich Kultur war und den „Führer“ in ihren Werken verherrlichte“. In den letzten Jahren haben daraufhin mehrere Städte die Benennung von Schulen und Straßen nach Agnes Miegel rückgängig gemacht, so z.B. Düsseldorf, Erlangen, Osnabrück und Celle. Auch in Braunschweig liegt ein aktueller Beschluss des zuständigen Bezirksrates vor. Selbst in Bad Nenndorf, wo sie bis zu ihrem Tod wohnte, verlangt das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ eine „Kritische Auseinandersetzung mit Agnes Miegel“ (ww.bad-nenndorf-ist-bunt.com). Will Wolfsburg bald die letzte Stadt sein, die an Agnes Miegel festhält?

Wir schlagen statt ihrer vor, den Ring nach der italienischen antifaschistischen Dichterin und Journalistin Franca Magnani zu benennen. Franca Magnani (*1.7.1925 in Rom, †28.10.1996 ebenda) war eine italienische Journalistin und Dichterin. Sie war die erste Auslandskorrespondentin des deutschen Fernsehens, arbeitete seit 1964 für die ARD in Rom, war freie Autorin von Printmedien in Deutschland und in der Schweiz. Auch in Deutschland weit verbreitet ist z.B. ihr Buch Eine italienische Familie (ISBN 3-462-03045-0)). Franca Magnani hat auch zweimal Wolfsburg besucht. Wie lebendig die Erinnerung an Franca Magnani auch in Wolfsburg ist, zeigt z.B. dieses Zitat aus dem Schulbrief der Wolfsburger Leonardo da Vinci Gesamtschule vom Dezember 2012: „Ein Höhepunkt im diesjährigen Bücherherbst seien noch erwähnt: Die Lesung mit der Autorin und Journalistin Sabina Magnani, Tochter der berühmten ersten italienischen Korrespondentin in Deutschland, Franca Magnani. Sie las aus den Tagebüchern ihrer Mutter vor und erzählte dazu spannend und authentisch von dem Leben in zwei Welten. Eine lohnende Begegnung, die gerne wiederholt werden sollte.“

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