Linke und Piraten kritisieren Kosten für Webauftritt der Stadt und fehlendes Interesse der Politik

In der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch hatte die Ratsmehrheit, mit Ausnahme der Fraktionen der Grünen und Linke/Piraten, der Investition von bis zu 200.000 Euro für ein rein technisches Update der städtischen Webseite, so wie ab 2022 jährlich 50.000 Euro, zugestimmt. Laut der Fraktionen stünden Kosten und Nutzen hierbei in keinem guten Verhältnis, wie sie in einer Pressemitteilung berichten.

Bastian Zimmermann, Vorsitzender der Fraktion Linke/Piraten, ärgere sich über diesen Beschluss: „Hier zeigt sich, dass entweder kein Interesse oder kein Verständnis für das Thema vorhanden ist.“ In der Ratssitzung verwies er darauf, dass die WMG bereits auf ein kostenloses System für Webseiten zurückgreift, das zudem kostengünstiger weiterzuentwickeln ist. Aus seiner Sicht biete das aktuelle System keine technischen Vorteile. Zudem sei es zum Sammeln von Daten ausgelegt, was vor dem Hintergrund der Datenschutzbestimmungen einen zusätzlichen Aufwand mit sich bringe. „Gelder die in den Webauftritt fließen, sollten in erster Linie dazu dienen ihn benutzerfreundlicher zu machen“, ergänzt Zimmermann.

„Man kann von keiner ganzheitlichen Digitalstrategie sprechen, wenn in der Stadt unterschiedliche Systeme eingesetzt werden. Das führt immer zu neuen technischen Problemen und Folgekosten“, erläutert die Piratin Piroska Evenburg. Unverständlich für die Fraktion Linke/Piraten ist, dass die Ratsvorlage zum Thema erst acht Tage vor der Ratssitzung eingebracht wurde. Die Verwaltung hätte aus Sicht seiner Fraktion im Beirat für Digitalisierung Expertenmeinungen einholen können.

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