Bessere Arbeitsbedingungen statt Pflegekammer! Kundgebung am 19.01.18 um 12 Uhr auf dem Hugo-Bork-Platz (Glasdach) Wolfsburg.

DIE LINKE Wolfsburg unterstützt die Kundgebung der Pflegerinnen und Pfleger, für bessere Arbeitsbedingungen und gegen die Pflegekammer, in Wolfsburg.

Kundgebung in: Wolfsburg.
Datum: 19.01.2019 12.00 Uhr.
Ort: Hugo-Bork-Platz (Glasdach).
Initiatorin: Simona Netz.

Aufruf der Pflegerinnen und Pfleger:

Warum „Nein zur Pflegekammer“?

Die Pflegkammer soll eigentlich die Qualität der Pflege verbessern und die Pflege aufwerten. Dies ist nicht der Fall! Wir befinden uns in einer Zeit, in der die Pflege in Deutschland am Boden ist und ich als Pflegekraft gar nicht so qualitativ gut und wie ich es gelernt habe, arbeiten kann. Es fehlt an Kollegen, Zeit und Wertschätzung.

Um die Qualität der Pflege zu verbessern und die „Bürger und Bürgerinnen vor unsachgemäßer Pflege zu schützen“ (eine der Aufgaben laut DBfK) brauchen wir bessere Arbeitsbedingungen. Also mehr Personal, genügend Material und Hilfsmittel und sichere Personaluntergrenzen. Haben wir dies, können wir unsere Arbeit auch wieder sachgemäß durchführen, Auszubildende adäquat anleiten und auf ihren Beruf vorbereiten und Praktikanten die positiven Seiten der Pflege beibringen. Dies würde die Pflege aufwerten.

Ein angemessenes Gehalt gehört ebenfalls dazu. Wer erlernt freiwillig einen Beruf, in dem er verhältnismäßig schlecht verdient? Ein höheres Gehalt ist in der Pflege nicht nur angemessen, sondern auch endlich nötig!!!

An all dem wird die Pflegekammer nichts ändern, weil das nicht ihre Aufgabe ist, sondern die der Gewerkschaften und Politik! Diese fordern wir auch auf, uns zu helfen!

Eine Pflichtmitgliedschaft mit Pflichtbeiträgen für etwas wovon wir, gerade jetzt, absolut nichts haben, ist nicht in unserem Interesse und inakzeptabel.

Unsere Arbeitgeber wurden genötigt unsere Daten herauszugeben, ansonsten hätten sie mit bis zu 50.000 Euro Strafe belegt werden können. Dieses Vorgehen erweckt in mir kein Vertrauen. Noch weniger Vertrauen erweckt die sehr unpassende Art und Weise und ebenso der unpassende Zeitpunkt der Beitragserhebung.

Aufwandsentschädigungen von durchschnittlich 50 Euro/Std (plus Fahrtkosten/Unterbringung etc. siehe Satzung der Kammer.) für ehrenamtliche Mitarbeiter der Pflegekammer sind schlichtweg unverschämt, da wir selbst gerade einmal um die 16 Euro/Std verdienen, teilweise deutlich weniger!

Die Tatsache, dass examiniertes Pflegepersonal Pflichtmitglied in der Pflegekammer ist, obwohl es gar nicht mehr in der Pflege arbeitet, nur weil es auf Inhalte der Ausbildung zurückgreifen könnte, ist schlichtweg dreist und erweckt den Eindruck als ob es der Pflegekammer mehr um die Beschaffung von Geld als um die Pflegekräfte selbst geht.

Die Pflegekammer wehrt sich in den Medien vehement und sagt, dass Berichte über Pflichtfortbildungen oder Entzug der Berufsurkunde „Fake News“ und Missverständnisse seien. Trotzdem lese ich auf deren Internetseite und in Interviews mit der Präsidentin der Pflegekammer Sätze in denen „nicht sofort“, „trifft momentan nicht zu“ und „erst einmal“-stehen,
alles Ausdrücke, die in mir großen Zweifel erwecken ob nicht genau dies, dann in der Zukunft passieren wird!

In der Umfrage von Infratest Dimap zur Entscheidung über eine Pflegekammer wurden lediglich 1039 von ca. 80.000 Pflegefachkräften befragt. Dies ist für uns nicht repräsentativ.

47% der Befragten (die Mehrheit) lehnten eine Pflichtmitgliedschaft und Pflichtbeiträge ab! Nur 42% stimmten dafür. Weshalb wurde nun genau das Gegenteil eingeführt?

Diese Entscheidung wurde also nicht demokratisch ordentlich gefunden und ist daher für uns haltlos!!!

Wir fordern daher auch eine erneute Befragung aller Pflegekräfte in Niedersachen!